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Den Sohn oder die Tochter früher aus der OGS abholen, um sie zum Fußballtraining oder zur Musikschule zu begleiten oder um pünktlich zu Omas Geburtstag zu kommen – viele Eltern wünschen sich flexible Betreuungszeiten für ihre Kinder. Ein neuer Erlass der NRW-Landesregierung für mehr Flexibilität in der offenen Ganztagsschule macht dies bereits seit einiger Zeit möglich.

Es gibt aber auch Alternativen zur OGS, mit der sich die Betreuungszeiten individuell gestalten und an die Arbeitszeiten der Eltern anpassen lassen. Zu diesem Zweck hat sich 2016 in Pulheim der Verein „SchülerFlex e.V.“ gegründet. Er bietet Übermittagsbetreuung an ausgewählten Wochentagen.

Der Landtagsabgeordnete Frank Rock hat die Elterninitiative jetzt besucht. „Ich bin positiv überrascht über das pädagogische Konzept und die klasse Möglichkeiten, die sich hier mit kindgerechten Räumen im City-Bereich von Pulheim bieten“, lobt der ehemalige Grundschulrektor.

Im Gespräch mit der Vereinsvorsitzenden Gudula Böckenholt wurde aber auch klar, vor welchen Herausforderungen „SchülerFlex e.V.“ steht. So ist der Verein zwar als Jugendhilfeträger anerkannt, nicht aber als OGS-Träger und erhält deshalb auch keinerlei Zuschüsse für seine gute Arbeit. Rock versprach, Zuschussmöglichkeiten zu erfragen.

Der schul- und bildungspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion betont:

„Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist für uns sehr wichtig und wir möchten passgenaue Angebote unterstützen ohne eine sozialistische Einheitsförderung. Darum haben wir den OGS-Erlass erarbeitet und an die Bedürfnisse der Eltern angepasst. Wir wollen Eltern die Möglichkeit geben, Ihre Kinder unter Begründung und rechtzeitiger Planung früher aus der OGS Betreuung herausnehmen zu können. Auch zum Thema Qualitätsoffensive werden wir uns in den nächsten Monaten intensiv auseinandersetzen. Ein guter Dreiklang aus Bildung, Erziehung und Betreuung ohne ein Gegeneinander ist mir sehr wichtig.“

Die Teilnahme von Grundschülern am offenen Ganztag (OGS) in Nordrhein-Westfalen wird ab sofort flexibler. NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer setzte einen entsprechenden Erlass in Kraft.

OGS-Kinder können damit am Nachmittag auch an regelmäßigen außerschulischen Aktivitäten in Sportvereinen oder Musikschulen oder am herkunftssprachlichen Unterricht teilnehmen. Außerdem können sie sich in Kirchen und Jugendgruppen engagieren oder Therapien wahrnehmen. Auch rein familiäre Ereignisse sind künftig ein Grund, von der Teilnahme am offenen Ganztag zu entbinden.

„Der Erlass schafft Klarheit und Rechtssicherheit für Eltern, Schulen, Kommunen und Träger des offenen Ganztags. Ziel ist es, eine Balance zwischen dem Bedürfnis der Eltern und dem Anspruch der Träger auf Verlässlichkeit und Kontinuität zu finden. Bislang war bei einer Teilnahme an der OGS die Anwesenheit der Schüler in der Regel an fünf Tagen in der Woche bis 15 Uhr Pflicht. Das führte oft zu Streit mit den Eltern“, erklärt der schul- und bildungspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion Frank Rock.

In einer weiteren Änderung des Erlasses werden zum 1. August Fördersätze des Landes um sechs Prozent erhöht. Somit steigen die Haushaltsmittel für den offenen Ganztag um knapp 27 Millionen Euro auf 481 Millionen Euro in diesem Jahr. Die OGS-Plätze sollen um 8.000 auf rund 315.000 ausgebaut werden.