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Unsere Kinder auf eine digitalisierte Welt vorbereiten und klassische Methoden bewahren

„Der Anschluss von Schulen, Bildungseinrichtungen und Gewerbegebieten an ein hochleistungsfähiges Breitbandnetz muss voranging erfolgen. Ebenso steht der Ausbau der WLAN-Netze innerhalb dieser öffentlichen Gebäude dabei im Fokus“, so der schul- und bildungspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion Frank Rock MdL. „Es ist richtig und wichtig, dass meine Fraktion die Digitalisierung als Schwerpunkt auf ihrer politischen Agenda hat. Den Rückstand unseres Landes können wir nicht in wenigen Wochen oder Monaten aufholen. Es gilt diesen Wandel aktiv zu gestalten.“

 

Positionspapier der CDU-Landtagsfraktion NRW zur Digitalisierung im Bereich Bildung:

Die Schulen in unserem Land müssen Kinder und Jugendliche auf ein Leben in der digitalisierten Welt vorbereiten. Das gilt auch für außerschulische Bildungsorte. Zurzeit befinden wir uns in einer Phase der Transformation. Aus Sicht der CDU-Landtagsfraktion sind daher jetzt die notwendigen, und von der rot-grünen Vorgängerregierung verpassten, Weichenstellungen vorzunehmen. Entsprechend stehen Begriffe wie „Digitales Lernen“ oder „Digitale Bildung“ im Fokus vieler aktueller Debatten. Diese sind jedoch kein Selbstzweck. Sie müssen von der formalen bis zur informellen Bildung einen pädagogischen Mehrwert haben.

Den Einsatz digitaler Medien im Bereich der schulischen Bildung sehen wir als willkommene Ergänzung – nicht als Ersatz – klassischer Methoden: Wenn Neues Bewährtes ergänzt, dann behält der Füllfederhalter seinen gleichberechtigten Platz neben dem Tablet-Computer. Es darf nicht analog oder digital heißen, wichtig ist ein integrales Denken in allen Schulfächern. Lerninhalte können multimedial, interaktiv, intuitiv und interdisziplinär präsentiert, erlebt und verarbeitet werden – diese technische Unterstützung von Lernprozessen, auch in Form von Learning Spaces, werden wir für bessere Lernerfolge nutzen. Auch Inklusion kann dadurch einfacher gelingen.

Der im Koalitionsvertrag der Bundesregierung vereinbarte gemeinsame Digitalpakt Schule von Bund und Ländern wird unsere Schulen so ausstatten, dass die Schüler in allen Fächern und Lernbereichen eine digitale Lernumgebung nutzen können, um die notwendigen Kompetenzen in der digitalen Welt zu erwerben. So sollen u. a. in den kommenden fünf Jahren fünf Mrd. Euro für starke Digitalinfrastruktur in den Schulen, inklusive gemeinsamer Cloud-Lösung für Schulen und Qualifizierung der Lehrkräfte, zur Verfügung stehen. Die CDU-Landtagsfraktion begrüßt diese Zielsetzung. Auch bei den finanziellen Anstrengungen, die die NRW-Koalition bis 2025 zum Ausbau eines flächendeckenden Gigabit-Netzes unternimmt, stehen der Anschluss von Schulen und Bildungseinrichtungen sowie der Aufbau von WLAN-Netzen innerhalb dieser öffentlichen Gebäude im Fokus.

Kinder und Jugendliche brauchen eine fundierte Informations- und Medienkompetenz, um die Vielzahl an Informationen einordnen und reflektieren zu können. Diese ist auch ein wirksamer Schutz gegen Internetsucht, die bei Jugendlichen zunimmt. Mit der Neufassung des Medienkompetenzrahmens hat die NRW-Koalition die Vermittlung solcher Fähigkeiten in den Schulen bereits auf internationale und nationale Entwicklungen abgestimmt und um eine informatorische Grundbildung ergänzt.

Die CDU-Landtagsfraktion spricht sich dafür aus, dass Schülern ein Grundverständnis von Hard- und Software vermittelt wird. Deshalb muss es im Lehrplan verankert werden. Wir machen uns stark dafür, Kinder bereits sehr früh im Schulalltag spielerisch an Programmierung und Nutzung von Hard- und Software heranzuführen.

Damit die individuelle technische Ausstattung keinen Einfluss auf den Lernerfolg hat, muss das Land Mindeststandards für technische Lernmittel bei Einzelgebrauch definieren. Grundsätzlich spricht sich die CDU-Landtagsfraktion für weiterführende Schulen für den Ansatz Bring Your Own Device (BYOD) aus. Zumeist sind Schüler mit aktueller Hardware ausgestattet und kennen sich an ihren eigenen Geräten am besten aus. Wenn ihre Geräte den definierten Mindeststandards nicht entsprechen oder keine vorhanden sind, sollten sie stufenweise zur Verfügung gestellt werden.

Wegen des technologischen Fortschritts müssen in regelmäßigen Abständen die Standards sowie die Anforderungen an Soft- und Hardware angepasst werden. Die regionalen Bildungsbüros sollen bei Ausstattung und Administration die Schulträger beraten.

Die Ausstattung der Schulen mit neuester Technik führt noch nicht dazu, dass diese sinnvoll genutzt oder mit einem Mehrwert in den Unterricht eingebunden wird. Um digitales Lernen mit Leben zu füllen, sind alle Lehrkräfte gefordert. Daher wollen wir in Abstimmung mit den zuständigen Hochschulen die universitäre Lehrerausbildung an die Herausforderungen eines technisch unterstützten Unterrichts anpassen. In diesem Zusammenhang sprechen wir uns zudem für die Einführung eines Pflichtfachs Medienpädagogik im Rahmen des Lehramtsstudiums aus. Nach Abschluss des Studiums sollte es für Lehrkräfte verpflichtende regelmäßige Lehrerfort- und -weiterbildungen im Bereich der Medienpädagogik geben, z. B. in Form von Onlineseminaren.

Ein Studium an unseren Hochschulen ist ohne Computer, Notebook oder Tablet-Computer nicht mehr vorstellbar. Gleichzeitig bleiben aus Sicht der CDU-Landtagsfraktion die Hochschulen auch im digitalen Zeitalter Präsenzhochschulen. Sie sollten jedoch angehalten werden, ihre digitalen Angebote auszuweiten und in alle Studienfächer zu integrieren. Auf dem digitalen Campus sollen mehr Online-Studiengänge und Online-Lernangebote eingerichtet werden. Die Digitalisierung ermöglicht die Betreuung von Studierenden mit auf sie abgestimmten Lerninhalten. Gerade in den Fächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (MINT) könnten mittels digitaler Plattformen und digitaler Tools Studieninhalte interaktiv aufbereitet werden (Augmented bzw. Virtual Reality).

Auch im Bereich der Berufskollegs, der allgemeinen Weiterbildung, der kulturellen Bildung und der politischen Bildung spielen digitale Vermittlungsformate eine immer größere Rolle. Kulturelle Einrichtungen wie Theater, Museen, Archive und Bibliotheken stellen sich den Herausforderungen der Digitalisierung. Hier gilt es, innovative Formate zu unterstützen und die Digitalisierung von Kulturgütern sinnvoll zu begleiten. Grundsatzfragen der Digitalisierung sollen an einem eigenen Institut interdisziplinär erforscht werden.