Beiträge

Frank Rock zur Neuausrichtung der Inklusion in NRW:

Zu den von Schulministerin Gebauer vorgestellten Eckpunkten zur Neuausrichtung der Inklusion erklärt der schulpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Frank Rock:

„Die Schulen in Nordrhein-Westfalen wurden jahrelang mit der Umsetzung der Inklusion allein gelassen. Das hat nun ein Ende. Nach den Jahren des Chaos wird die Inklusion in unserem Land endlich in geordnete Bahnen gelenkt. Damit hält die NRW-Koalition Wort; nach jahrelangem Wildwuchs, fehlender Steuerung, Unterfinanzierung und Mangel an personeller Ressourcen in Zeiten von Rot-Grün. Für uns ist klar: Die Qualität der Inklusion muss steigen, wir definieren Standards, stellen die notwendigen Mittel zur Verfügung und ermöglichen den Schulen, ihre Inklusionskonzepte umzusetzen. In Zukunft werden Klassen, in denen Kinder mit Inklusionsbedarf lernen, mit zusätzlichem Fachpersonal unterstützt.

Gleichzeitig stärken und sichern wir die Förderschulen. Damit folgen wir dem Elternwillen, denn diese Schulform ist nach wie vor stark nachgefragt. Um dies zu erreichen, werden wir die Fördergrößen anpassen, um ein wohnortnahes Förderschulangebot zu sichern.

Wir lassen die Schulen nicht allein. Wir reden nicht nur von Inklusion, wir setzen sie um.“

„Die Inklusion bedarf Zeit und personelle und sächliche Ressourcen“ 

CDU-Landtagsabgeordneter Frank Rock: „Die Inklusion an Regelschulen sollte weiterhin verfolgt und fortwährend umgesetzt werden. Dafür müssen jedoch zunächst die personellen, finanziellen und pädagogischen Voraussetzungen geschaffen werden.“

Die Förderschullandschaft in Nordrhein-Westfalen ist einem starken Veränderungsprozess unterworfen. Durch die rigide Politik der ehemaligen Landesregierung sind viele Förderschulen geschlossen worden. Im Norden des Rhein-Erft-Kreises hat die Caritas-Jugendhilfe-Gesellschaft mbH zum Schuljahr 2017/2018 den Ausbau ihrer Förderschule vorgenommen, denn die Nachfrage stieg erheblich, da die Förderschule der Kreisstadt Bergheim die Helen-Keller-Schule zum Sommer 2017 schloss. Der freie Schulträger bietet in der CJG Jakob-van-Gils-Schule die Förderschwerpunkte Lernen sowie emotionale und soziale Entwicklung zukünftig an zwei Standorten an. Die Schülerinnen und Schüler der Klassen 5-7 werden in Bergheim Zieverich und die Klassen 8-10 am neuen Standort in Bergheim-Niederaussem unterrichtet. Der neue Standort ist eigentlich auch der alte Standort, da die van-Gils-Schule Klassenräume der ehemaligen Helen-Keller-Schule von der Stadt Bergheim anmietet.

Gemeinsam mit den Kreistagskollegen Heidemarie Tschepe (Vorsitzende des Schulausschusses) und Achim Hermes hat sich Frank Rock vor Ort über die Schule informiert. „Eine tolle Schule mit engagierten Lehrkräften. Dennoch müssen wir die Herausforderungen der inklusiven Schullandschaft nochmals überdenken“, so der schul- und bildungspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion Frank Rock. Mit Schwerpunktschulen Förderzentren mit entsprechend ausgebildeten Pädagogen zu schaffen, sei seiner Meinung nach der bessere Weg, als das Gießkannenprinzip der abgewählten rot-grünen Landesregierung. „Wichtig ist „allen“ Kindern in einem inklusiven Schulsystem gerecht zu werden. Leider werden die Regelkinder in der Inklusion häufig nicht beachtet. Auch deren Rechte auf eine gute und individuelle Förderung dürfen wir nicht vergessen.“

Besuch der Martinusschule in Kerpen – Förderschule mit dem Schwerpunkt Lernen

Die von der rot-grünen Landesregierung umgesetzte Inklusion, zieht weiterhin ein großes Schulsterben von guten Förderschulen im ganzen Land nach sich. Auch im Rhein-Erft-Kreis haben in den letzten Jahren schon mehr als 5 Förderschulen aufgrund der strikten Mindestgrößenverordnung schließen müssen. Ein gutes Lernen wurde den  Schülerinnen und Schüler an diesen Schulen nachweislich ermöglicht. Gegenwärtig wird in Pulheim, Bergheim, Elsdorf, Erftstadt und Kerpen über weitere Schließungen bzw. Zusammenlegungen gesprochen. Viele Beteiligte bezeichnen das als ein „bildungspolitisches Desaster“.

Auch die Schulleitung der Martinusschule in Kerpen mit dem Förderschwerpunkt Lernen, Frau Welschbillig, beschrieb mir in meiner RockLIVE-Aktion die Herausforderungen der letzten und zukünftigen Jahre. Ich konnte einen Eindruck davon gewinnen, was beispielsweise das Leiten einer Schule an zwei Schulstandorten bedeutet. Frau Welschbillig brach in unserem Gespräch eine Lanze für die Förderschulen und machte deutlich, dass es eben auch Schülerinnen und Schüler gäbe, die auf kleine Klassen und Fördersysteme angewiesen wären, um erfolgreich eine Schullaufbahn abschließen zu können.

Einem Aussetzen der Förderschulschließungen wie von Armin Laschet und der CDU gefordert, konnte sie viel abgewinnen. Denn auch die Kerpener Schule ist zukünftig zu Veränderungen gezwungen, sollte es im Mai keinen Neustart geben. Die Kolleginnen und Kollegen an den Förderschulen machen einen guten Job. Es fehlt jedoch sowohl an Personal als auch an einer guten Ausstattung und vor allem an Rückendeckung für ihre so wichtige Arbeit. Hier muss sich etwas ändern, an diesen Themen möchte ich ab Mai mitgestalten: 

1.    Schluss mit der Schließung von Förderschulen

2.    Ausrichtung der Elternberatung nach Fördernotwendigkeiten für die Schülerinnen und Schüler und nicht nach Förderorten

3.    Ausreichende Personalausstattung der Schulen im Hinblick auf die zukünftigen Herausforderungen bei Inklusion und Migration – Personalschlüssel > 100

4.    Mehr Investitionen in Ausstattung und Schulgebäude